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Wunschgeschichte #3: Das Taschenmesser

Tja. Der Wunsch einer 'Taschenmesser-Story' kam auf, also schrieb ich über ein Taschenmesser. Hoffe mal wieder, es gefällt euch.

 Wer keine Ahnung hat, was das soll und was ich damit bezwecken will: 'Wunschgeschichten' werden da links bei "Unter..." aka "Über..." erklärt.

 

Das Taschenmesser 

„Pah, moderne Zeiten!“, dachte er sich. „Damals, damals war alles besser...“

Er war inzwischen alt und durfte sich einen solchen Satz erlauben. Er dachte zurück an eine glorreiche Zeit, als seine Fähigkeiten noch anständig genutzt wurden. Er dachte zurück ans Militär. Dort brauchten sie solch einen Firlefanz nicht, wie man ihn heute mit sich herumschleppt. Seine Fähigkeiten reichten damals, wie heute für die wichtigsten Dinge, doch heute verlangte man mehr – viel mehr und damit viel mehr unnützes Zeug. Seine glorreichen Taten, als er sein Land unterstützt hatte, indem er Löcher bohrte, Schrauben an- oder zog, Dosen öffnete – oder einfach nur als Schneidmesser diente. Die jungen prahlten heute davon, was sie doch alles konnten – USB-Stick, Laserpointer, Karabinerhaken, Diodenlampe, Zigarrenschneider... aber wer, so fragte er sich, nutzte deren Fähigkeiten zu mehr als nur zum Spaß? Früher, früher war er nützlich gewesen und hatte seinem Land wohl gedient. Heute waren die Jungspunde nur Spielzeuge, die massenhaft ins Ausland abwanderten. Selbst ihre Namen wurden von der Moderne verleugnet: „Schweizer Offiziersmesser, pah!“ Er hatte einem einfachen Soldaten gehört und ein jeder einfache Soldat hatte eines – kein Privileg eines hochnäsigen Offiziers, kein Statussymbol. Die jungen wussten das oft nicht und prahlten damit, dass ihre Vorfahren edler Natur waren – gerade gut genug für die Offiziere – und ließen sich teilweise versilbern, vergolden oder mit Edelsteinen besetzen. „Pah!“, dachte er sich. Wenn ihre Vorfahren das wüssten, würden sie sich dafür schämen! Sie verloren nach und nach ihre Kultur, ihre Identität, doch waren trotzdem oder gar eben deshalb berühmt und beliebt. „Pah!“, murmelte er und wehrte sich dagegen, zu akzeptieren, dass es ein Fortschritt war.

22.8.08 11:43
 


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