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Fünf Takte aus der Symphonie des Lebens

Musen küssen Nachts am Besten.


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Leben. So faszinierend, so allgegenwärtig. Ich stehe inmitten von Leben und selbst wenn ich nur die Menschen betrachte, nur die Menschen um mich herum betrachte, mich nur auf sie konzentriere, auf diesen kleinen Teil des Ganzen, wirkt dieses Leben noch riesig, komplex und überwältigend. Die Menschen, die an mir vorbei gehen, Zeitung lesen, gehetzt durch die Straßen eilen oder verträumt vor sich zu Boden starren. Jeder, jeder hier hat eine Geschichte, eine lange Geschichte. Jeder hat eine Mutter, einen Vater – oder hatte zumindest. Der eine hat achtzig Jahre Lebenserfahrung, der andere sechzehn und trotzdem ist selbst der von ihnen, der am geringsten scheint, am einfachsten, niemals gänzlich zu verstehen, niemals gänzlich zu kennen, denn es gibt so vieles, das ihn ausmacht. Eine komplexe Melodie, vielfältig und faszinierend, mitreißend, meinen Geist übersteigend.

So viele Bilder, Erinnerungen. Ob Träume oder Musik, Wünsche oder Geschmack. Abneigung, Zuneigung. Mitmenschen – Freunde, Familie... Feinde. Auch Wut, Schmerz und Trauer sind Teil des Ganzen, gerade auch der Tod ist ein so essenzieller Teil dieser Allgegenwärtigkeit des Lebens.
All diese Menschen sind so komplex, so vielfältig, jeder eine Essenz von Erfahrung und Persönlichkeit... und ich stehe hier und staune. Stehe hier und lausche der Symphonie des Lebens.

Benommen von dieser Faszination entsinne ich mich, dass mich mein Weg heute zu Ihr führen soll. Mein Inneres jauchzt vor Glück, meine Faszination dreht sich wild im Kreise, um dieser überwältigenden Vorstellung irgendwie Ausdruck zu verleihen: Sie! Und ich! Essenzen unserer Erfahrungen, unserer Träume und Erinnerungen – ein jeder von uns mit einer Geschichte, die alle Blätter der Welt füllen könnte, ein Epos der Persönlichkeit. Und beide Handlungsstränge führen uns heute zusammen, heute und hier, damit wir ineinander blättern können. Wir werden nie verstehen, aber wir werden versuchen, werden kennen lernen, werden uns mit einem kleinen Teil dieses überwältigenden Lebens vertraut machen – gemeinsam. Die Liebe stimmt zum beschwingten, erfüllenden, gefühlvollen Solo an.

Wie hätte ich, übermannt von dieser absoluten Faszination, schwelgend, noch das anfahrende Auto sehen sollen? Und nun liege ich hier und alles zieht vorüber, begleitet von dem regelmäßigen Piepen der Geräte, die meine letzten Sekunden zu zählen scheinen. Dieses Leben, von dem ich nur so wenig gesehen habe, an dem es so viel zu entdecken gibt – diese Komplexität, die Zusammenhänge. Wo ist die Musik, die es ausdrückt? Diese Faszination? Kaltes Piepen.

Wo ist Sie? Sie zu der es mich zieht, Sie, nach der mein Herz schreit und mein Geist sehnt. Sie weiß es nicht – Sie weiß alles nicht! Sie weiß nicht, dass ich hier bin, weiß nicht, was geschehen ist. Doch schlimmer: Sie weiß nicht, was ich dachte – und wird es nie wissen. Sie weiß nicht, was ich fühlte – die Faszination bleibt ungeteilt. Die Symphonie verklingt, das Solo nach kaum einem Takt vorbei, die Musik ist fort, verloren und vergessen, nie geteilt, nie gelebt und zum Schluss bleibt mir nicht einmal das kalte Piepen.
22.3.11 08:09
 


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